Marokko November 2018

Unsere Reise beginnt mit der Fährfahrt von Genua nach Tanger. Die Abfahrt mit der Fähre von Genua verzögert sich. Ein heftiger Sturm legt Genua lahm. Wir warten 20 Stunden, bis die Fähre endlich in Genua anlegen kann. Danach geht es zügig vorwärts und wir beziehen unsere Kabine. Am Anfang ist die Adria noch etwas rau und wird dann ruhiger.

Beim Zwischenhalt in Barcelona rammt unsere Fähre einen Hafenkran, der umstürzt und in Flammen aufgeht. Heftige Winde hätten es schwierig gemacht, das Schiff zu manövrieren. Es muss abgeklärt werden, ob die Fähre noch seetauglich ist. So hängen wir auf der Fähre einige Stunden rum, bis es dann endlich weitergeht. Mit gut 30stündiger Verspätung kommen wir in Tanger MED an.

Auf unserer Fahrt nach Süden erreichen wir das waldreiche Riff-Gebirge. Unterwegs besuchen wir Chefchaouen: malerisch auf 600m Höhe an einem Hang gelegen.

Weiter geht’s gen Süden durch das waldreiche Riff-Gebirge, vorbei an Olivenhainen und Obstplantagen. Wir erreichen die Hügel und Hänge des Oued-Fés-Tales, und schlagen für vier Nächte unser Lager am Ortsrand von Fès auf. Die ersten Highlights sind die Königsstädte Fes und Meknes, Juwele arabischer Stadtkultur im Mittleren Atlas.

Per Bus fahren wir zum 60 km entfernten Meknès, das in einer fruchtbaren Ebene am Fuße des Mittleren Atlas liegt. Besichtigung der Medina von Meknès (Welt-Kulturerbe der UNESCO). Sehenswert sind die schönen und noch ursprünglichen Souks, der quirlige „Place El Hadim“, das Mausoleum von Sultan Moulay Ismail und das mächtige Stadttor „Bab El Mansour“. Auf der Rückfahrt nach Fès machen wir noch den Abstecher nach Moulay Idriss und zu der archäologischen Stätte Volubilis.

Der nächste Tag ist der Erkundung von Fès gewidmet. Der Reichtum an Kunstschätzen und Baudenkmälern dieser ältesten der vier Königsstädte ist überwältigend. Bis heute ist Fès nicht nur Kunst- und Handwerkszentrum sondern auch das geistig-religiöse Zentrum Marokkos.

Wir erklimmen den Mittleren Atlas, fahren durch schattige Wälder und genießen traumhafte Ausblicke bis wir das auf rund 1.500m gelegene Midelt erreichen. Wir stehen hier auf einem schönen Campingplatz mit Restaurant. Midelt ist bekannt für seine Mineralien. Von hier steigen wir den Mittleren Atlas wieder hinab; immer weiter geht es nach Süden. Der Bewuchs wird spärlicher, die Landschaft flacher – die ersten Dünen und Dattelpalmen tauchen auf. In Meski übernachten wir in einem idyllischen Palmenhain.

Das Oued Ziz begleitet uns bis Erfoud und wir gelangen ins Herz der Region Tafilalet, der größten Dattelpalmen-Oase Marokkos. Immer wieder fallen schöne Ksour (befestigte Bergdörfer) ins Auge und bieten mit ihren befestigten Anlagen herrliche Fotomotive. Wir fahren weiter in die Wüste. Der Weg führt uns auf schmaler Teerstraße durch kleine Dörfer zum Städtchen Merzouga – malerisch vor den hohen roten Sanddünen gelegen. Wir bleiben für drei Nächte bei einem „Wüstenhotel“ unter den 1000 Sternen des Nachthimmels.

Hier in der Wüstenlandschaft steigen wir in einem 1-stündigen Marsch auf die höchste Düne und geniessen den Sonnenuntergang.

Auf dem Weg nach N’kob durchqueren wir steinige Wüstenebene mit einzelnen Bergen, fahren vorbei an Sanddünen, Palmenhainen und schönen Lehmdörfern mit Burgen. Das Draa-Tal gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften Marokkos. Teils kurvig, teils gerade führt die Straße am Fluss entlang. Mal durch enge Schluchten, dann wieder über weite Hochebenen hinweg. Trutzige Kasbahs (Burgen) sind auf beiden Seiten des Flusses zu bewundern, Obstplantagen, Palmenhaine und ockerfarbene Gehöfte zeugen von der Fruchtbarkeit dieses Landstriches. Wir nehmen uns Zeit und genießen dieses einzigartige Panorama. Wir passieren die lebendige Garnisonsstadt Zagora. Danach wird die Landschaft wieder weiter.

Wir genießen noch einmal das malerische Draa-Tal flussaufwärts nach Norden fahrend und übernachten in einem Palmenhain mit einer 250 Jahre alten Kasbah.

Unser Ziel ist Ouarzazate. Nagelneu ist die beeindruckende Pass-Straße über den Djebel (Bergzug) Sarrho. In und um Ouarzazate wurden viele bekannte Filme gedreht, z.B. „Die Päpstin“, „Lawrence von Arabien“, „Der Medicus“ – die malerischen Kasbahs in der kargen Berglandschaft laden dazu ein! Wir besichtigen ein Filmstudio mit grandiosen Kulissen.

Über eine kleine, gute Panoramastraße entlang malerischer Palmenoasen geht es weiter durch kleine Wüstenstädte. Auf dem Weg nach Tata durchqueren wir die von tiefen Tälern durchzogenen, kargen Hochebenen des Anti-Atlas. Der südlichste Punkt unserer Reise ist erreicht!

Vom Sandmeer nach Westen – zum Atlantik! Auf dieser Strecke ist echte Wüsteneinsamkeit zu spüren. Nur gelegentlich begegnen wir einem Auto. Langsam nähern wir uns dem Meer, die Vegetation wechselt zu stacheligen Sukkulenten. Dann ein erstaunlicher Wandel zu grünen Wiesen, Wäldern und Feldern bis hin zur felsigen Küste. Direkt unterhalb des ehemals spanischen Städtchens Sidi Ifni übernachten wir direkt am Atlantik.

Eine schmale, gut ausgebaute Straße führt überwiegend am Meer entlang nach Tiznit. Die reizvolle Steilküste bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die Weiten des Atlantik. Tiznit ist berühmt für den kunstvoll gearbeiteten Silberschmuck. Hinter Tiznit schlängelt sich die Straße durch die Berge nach Tafraout im Anti-Atlas. Hier lebt inmitten bizarrer Felsformationen das Berbervolk der Ammeln. Wir beziehen unser Nachtquartier zu Füssen der Granitklippen.

Von Tafraout geht’s gen Norden; zuerst bergig – dann wird die Landschaft flacher. Sanfte Hügel und grüne Wiesen erfreuen das Auge. Wir fahren durch das weite Tal des Oued Sous Richtung Taroudant, dem sehenswerten Handelszentrum der Sous-Region. Hier bleiben wir auf dem Campplatz einer Gemüse- und Obstplantage, die von einer deutschen Inhaberin betrieben wird.

Auf dem Weg nach Marrakesch überqueren wir den Hohen Atlas auf einer landschaftlich überaus reizvollen Strecke. Wir fahren bis auf 2.000m zum Tizi n’Test-Pass hinauf und bewundern das großartige Panorama mit dem mächtigen Toubkal-Massiv. Dann geht es wieder hinab – durch tief eingeschnittene Flusstäler und üppige Oasen bis zur alten Königsstadt Marrakesch.

Marrakesch, nur 60km vor der beeindruckenden Kulisse des Atlas-Gebirges gelegen ist eine der faszinierendsten und sehenswertesten Städte des ganzen Landes. Auf unserem Stadtrundgang besichtigen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und gewinnen einen Einblick in das quirlige Leben der riesigen Souks.

Wir wandern durch die von roten Lehmmauern gesäumten Gassen der Medina, in den verwinkelten Souks schnuppern wir den Duft des Gewürzmarkts. Auf dem Place Djemaa El Fna schauen wir den Gauklern, Feuerschluckern, Musikern und Akrobaten zu.

Wir verlassen das faszinierende Marrakesch und fahren durch eine weite Ebene mit großen Argan-Bäumen nach Essaouira. Der Küstenort begeistert mit seiner vollständig erhaltenen, von Zinnen, Kanonen und Burgmauern umgebenen Medina, dem malerischen Fischereihafen und einem ausgedehnten Sandstrand.

An der malerischen Küstenstrasse reiht sich ein schönes Städtchen an das andere. Safi, an einer felsigen Bucht gelegen, ist ein Zentrum der Töpferei. Wir übernachten auf einem sauberen Stellplatz direkt an der Bucht von Oualidia.

Der Fischereihafen El Jadida mit seiner portugiesisch geprägten Altstadt ist ein lohnendes Zwischenziel. Anschließend passieren wir Casablanca und bleiben für drei Nächte auf einem Campplatz direkt am Meer zwischen Casablanca und Rabat gelegen. Von hier aus besuchen wir mit dem Bus die beiden Metropolen.

Casablanca – allein der Name ist Programm. Fotostop an Rick’s Café! Sehenswert sind die französischen Bürgervillen aus den dreißiger- und vierziger Jahren, eine Zeitreise in die Ära von Art Deco und Bauhaus. Höhepunkt unserer Stadtbesichtigung ist die mächtige, moderne, direkt am Meer errichtete Hassan II. Moschee mit ihrem 210m hohen Minarett. Die größte und höchste Moschee der Welt.

Rabat ist seit 1912 Hauptstadt Marokkos und liegt landschaftlich schön am Atlantik, an der Mündung des Flusses Bou Regreg. Es ist eine gepflegte moderne Großstadt mit Hochschulen, Ministerien und Botschaften. Dazu beherbergt es schöne Gärten, zahlreiche bedeutende Baudenkmäler und imposante Stadttore. Wir besuchen unter anderem den Königspalast, die andalusischen Gärten und das in anmutiger Architektur bezaubernde Mausoleum von Mohammed V., dem charismatischen Großvater des heutigen Königs. Ein reizvoller Kontrast zum korrespondierenden behäbigen Hassanturm.

Wir fahren nach Norden entlang bis zum kleinen Fischerdorf mit dem wunderbaren Namen Moulay Bousselham. Es liegt in einem Vogelschutzgebiet an einer großen Lagune. Unser Campplatz befindet sich direkt an der sandigen Lagune.

Wir verabschieden uns von den Bergen, Hügeln und Wüsten Marokkos und reisen per Fähre nach Europa zurück – in den heimischen Winter.

Marokko verfügt über eine zufrieden stellende Infrastruktur für Campingreisen. Allerdings entsprechen die Plätze oft nicht dem europäischen Standard. Es gibt mittlerweile einige private Plätze mit akzeptablen Einrichtungen.Auf den privaten Plätzen sind die Sanitäreineinrichtungen überwiegend recht ordentlich.Nicht alle Campingplätze haben Wasser in Trinkwasserqualität.Trinkwasser in Flaschen gibt es überall zu kaufen.

Netzstrom ist auf den meisten Campingplätzen vorhanden. Die Netzspannung beträgt 220Volt / 50Hz. Moderne deutsche Schukostecker, die mit dem Loch, passen normalerweise. Die Stromversorgung ist nicht mit europäischem Standard zu vergleichen: Am besten misst man die Spannung mit einem entsprechenden Messgerät, bevor man den Landstrom ansteckt.

November 2017

Das Wetter ist regnerisch und kühl. Ich fahre in die Seitentäler zu den Anden, quere kleinere Pässe in ein andere Tal und fahre dann zügig Richtung Norden.

Zahlreiche blaue Seen erstrecken sich in der ganzen Seenregion zwischen smaragtgrünen Wäldern, schwelenden Vulkanen, blubbernden Thermalquellen, rauschenden Flüssen und Wasserfällen. Das Valle Central ist Chiles agrarisches Zentrum, eine Region mit grünen Weingärten, Obstplantagen, Ackerland und Weiden, auf denen die huasos genannten chilenischen Cowboys intensive Viehzucht betreiben. Im Osten grenzen die trockenen Anden an das flache Tal mit seinen Winzereien und alten Gütern. Mich faszinieren die vielen Landschaftsbilder. Schnell quere ich Santiago de Chile und finde auf einem kleinen Camping mitten in Zitonenbäumchen und dem Cerro Campana im Hintergrund, den wir letztes Jahr bestiegen haben, ein ruhiges Übernachtungsplätzchen.

In Mendoza soll schönes Wetter und warm sein. Also quere ich die Anden über den Paso Redentor auf 3200m. Kein Schnee und warm! Zwischen den Wolken kann ich den höchsten Berg Südamerikas, den Cerro Aconcagua sehen. Durch ein wunderbar schönes Tal fahre ich weiter Richtung Mendoza. Die Stadt ist riesig, keine Hochhäuser. Im Centrum ist immer viel los. Über die Route RP52 fahre ich durch ein wunderschönes Tal zum Cruz de Paramillo auf 3000m Höhe. Von den Termas Villavicencio schlängelt sich die sehr schmale Schotter-Strasse über 26km bis zum höchsten Punkt. Traumhaft schön.

Im Parque Nacional El Leoncito ist wieder Schweizer Treff. Drei Overlander und ein Motorrad. Mit Silvia und Peter erkundige ich die Gegend. Am Abend bestaunen wir alle im Observatorio Astronómico CESCO den wunderbaren Sternenhimmel. Durch ein Teleskop können wir den Saturn und weiter entfernte Galaxien sehen. Es ist unbeschreiblich, wie endlos das All ist.

Im Parque Provincial Ischigualasto fahre ich mit dem Camper hinter einem Guide durch das Valle de Luna. Ein beeindruckendes Farbenspiel. Wind und Wetter haben über jahrtausende schöne Felsformationen, wie z.B. die Sphinx gebildet. Hier wurden einige der besten Dinosaurierfunde der letzten Jahrzehnte freigegeben. Der Park ist zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben worden.

Alleine Reisen ist doch nicht so toll, wie ich mir das vorgestellt habe. Es fehlt der Partner, um das Erlebte und die Eindrücke auszutauschen. Ich habe eine Überfahrt nach Hamburg gebucht, und werde am 6. Dezember mit dem Camper in Montevideo auf das RoRo-Schiff fahren und Mitte Januar in Hamburg ankommen.

Bei Ralf und Bettina in Villa General Belgrano geniesse ich wieder einmal ein wunderbares Asado. In der Terma San Nicanor geniesse ich die Vielfalt der Natur. Weiter fahre ich in Richtung Paraiso Suizo in der Nähe von Montevideo. Hier endet meine und unsere Reise in Südamerika.

Oktober 2017

In Nueve Helvetica beim Hotel Suizo von Rolf Räber (in 2. Generation) kann man auch sein Fahrzeug für längere Zeit abstellen. Vor etwa 10 Tagen kam der Zoll vorbei und hat alle Fahrzeuge, die hier „überwintert“ haben, konfisziert. Sie sind versiegelt und dürfen von den Eigentümern nicht geöffnet werden. Es muss irgend etwas vorgefallen sein. Bis jetzt gibt es noch keine Antworten.

Gemäss Auskunft am Buquebusschalter in Colonia de Sacramento fährt keine Fähre nach Buenos Aires, die ein 3m hohes Casa Rodante mitnehmen könnte. Also habe ich einen Umweg über Fray Bentos gefahren und bin nach 400km hier für zwei Tage bei Andean Roads. Da, wo wir damals schon mit dem Taxi nach Buenos Aires gefahren sind.

Von da fahre ich zügig nach El Cóndor, wo etwa 30’000 Felsensittiche in den Felsklippen zu Hause sind. Direkt bei den Sittichen ist wie immer ein riesen Radau. Zu hunderten überfliegen sie mich und wollen den Störefried begutachten.

In Puerto Madryn treffe ich viele“ Bekannte“. Wir grillieren und essen zusammen. Tauschen Erfahrungen und Erlebnisse aus, und lauschen den viele Geschichten, die jeder auf seinen Reisen erlebt hat.

Meine Vorräte sind aufgefüllt und so kann das Abenteuer „Valdes“ beginnen.

Das Weltkulturerbe Peninsula Valdés ist eines der grössten Naturschutzgebiete der Erde. Die zerklüftete Küste ist ein Hort für erstaunlich viele und leicht zu beobachtende Meerestiere, zu denen Glattwale, Orkas, See-Elefanten, Seelöwen, Magellan-Pinguine und Millionen von Seevögeln gehören. Die Halbinsel selbst ist aus Ostausläufer der patagonischen Steppe eine öde Wildnis. Hier leben vor allem Guanakos und straussenähnliche Nandus.

Die Glattwale suchen jedes Jahr zwischen Juni und Dezember den Golfo Nuevo auf, um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen, und um sich zu paaren.

Ich konnte die bis zu 16 Meter langen und 54 Tonnen schweren Meeressäuger mit den beeindruckenden Schwanzflossen ganz aus der Nähe am Ufer in Playa Canteras beobachten. Es war überwältigend, die riesigen Wale mit ihren Jungen die Küste rauf und runter schwimmen zu sehen. Spielerisch haben sie sich im Wasser gedreht, sind hochgesprungen oder haben ihre Jungen gesäugt. Nach drei Tagen hat mich die Rangerin weitergeschickt. Am Punta Pardelas konnte ich die Wale nur noch von weitem sehen.

In Puerto Pirámides ist jetzt Hochsaison, um mit den Schiffen auf den Golfo Nueve zu fahen, um die Wale zu sehen. Das kleine beschauliche Dörfchen platzt aus allen Nähten. Sechs verschiedene Anbieter bieten die Touren an.

Letzte Nacht hat sich der Riss in der Windschutzscheibe um ca. 30cm verlängert. Die kann nicht mehr repariert werden; der Riss sei zu lang. Mal sehen, vielleicht bekomme ich in Chile eine neue Scheibe.

Ich quere den Kontinent und fahre zu den schneebedeckten Anden. Die Landschaft auf den rund 750km war sehr abwechslungsreich. Mal war nur Pampa, flach mit Blick in die Unendlichkeit. Dann eine sehr monumentale Schluchtlandschaft entlang dem Rio Chubut, über Pässe und die Anden im Hintergrund. Drei Tage lang Natur-Kino durch die Windschutzscheibe. Zum Wildcampen habe ich mich jeweils mit Carla und Boris aus Luzern getroffen.

In Trevelin bin ich schon ganz Nahe bei den Anden. Schneebedeckte Berge rund um mich. In El Bolsón kann ich bei Claudia und Klaus meine Original Papiere für die Autoversicherung abholen. Die Zwei haben eine abenteuerliche Geschichte hinter sich. Im Buch „Abgefahren“ erzählen sie von ihrer 16-jährligen Reise mit den Motorrädern rund um die Welt. Hier in einem Tal in der Nähe von El Bolsón haben sie ihre eigene Farm aufgebaut. Ich konnte beim wieder Inbetriebnehmen der Bewässerungsanlage mithelfen. Es ist sehr kühl, und doch sind die Vögel schon am ihre Eier ausbrüten.

Ich quere die Anden ein erstes mal. Auf 1300m Höhe hat es noch hohe Schneemauern. Bei Nadia und Armin angekommen, darf ich mich am Holzofen aufwärmen. Es ist unter 10 Grad und es regnet immer wieder. Bei Mercedes Kaufmann bekommt der Camper einen kleinen Service und alles wird kontrolliert. Der Sprinter ist trotz der vielen Schotterpisten in sehr gutem Zustand. Die versprochenen Reifen sind nicht da. Die werde ich später einmal wechseln.

September 2017

Wieder unterwegs in Südamerika. Das heisst, dieses mal bin ich alleine unterwegs. Mal sehen, wie mir das gefällt und wie ich mit mir auskomme.

Angekommen bei Heinz und Silvia fühlt man sich in Uruguay wieder daheim. Man kennt doch schon einiges und man weiss, wie was wo zu bekommen ist. Reisende sind hier, die erst gestartet sind. Sie sind froh, um jeden Tipp. Einiges am Camper ist zu ersetzen oder zu optimieren. Ich habe Teile aus der Schweiz mitgebracht. So sind die ersten Tage schon um, und ich starte Richtung Norden an der Atlantik-Küste entlang. Aber alles ist ausgestorben. Die Dörfer sind leer. Anfang Jahr hat hier aller pulsiert. Der Frühling hat eben erst begonnen und alle sind noch im „Winterschlaf“. Ausser die Vögel, die sind fleissig am Nester bauen.

Also fahre ich zurück ins Paraiso Suizo um meine Weiterreise Richtung Valdez zu planen. Das Schiff mit dem Pierrine und Hans unterwegs sind, hat Verspätung. Am Freitag sollten sie eintreffen und so kann ich die mitgebrachten Sachen dann übergeben.

 

März 2017

Nach diesen intensiven Tagen in Artigas entspannen wir uns in den Termas del Arapey. 1945 stiess man bei der Suche nach Erdöl auf die Wasseradern, die in einer Tiefe zwischen 725m und 1300m verlaufen. Das Wasser der Thermen ist zwischen 37 Grad und 41 Grad warm und soll erholsam und auch medizienisch wertvoll sein. Bei Lufttemperaturen von 36 Grad liegen wir im warmen Wasser.

Auf dem ganzen Areal hat es kein! kaltes Wasser, und so schwitzt man nach dem Duschen gleich weiter. Hier sind viele Leute und es ist sehr turistisch.

Wir fahren weiter zu den Thermen San Nicanor, die wir vom letzten Jahr kennen. Dieser Platz ist wundervoll, zwei Becken fast nur für uns alleine. Wir geniessen die Ruhe. Der Hund, dem ich letztes Jahr einen grossen Dorn aus der Pfote gezogen habe, scheint uns wieder zu erkennen. Jedenfalls ist sein Platz wieder bei unserem Camper.

Seit 1987 hat Tacuarembó jedes Jahr ihren Höhepunkt Mitte März, wenn für einige Tage die “Fiesta de la Patria Gaucha” gefeiert wird. Mehrere tausend Gauchos kommen zu diesem Treffen hierher, es finden Rodeos sowie Paraden statt und man lässt die alten Traditionen wieder aufleben. Wir sind überall willkommen. Mit Geduld erklären uns die verschiedenen Sippen den Ablauf der Wettbewerbe. Wir bestaunen die Kinder beim Geschicklichkeitsreiten und die grossen beim Criollos de América (Pferderennen um Ölfasser) und Rueda International en Basto (Rodeo) mit und ohne Sattel und Zaumzeug. Eine Gruppe zeigt wie die Schafe geschoren und die Schafwolle verpackt und beschriftet wurden. Jedes Jahr werden die Hütten, teilsweise aus Lehm oder Holz liebevoll und möglichst originalgetreu wieder aufgebaut. Es wird allerlei zum Thema Gaucho verkauft. Es hat grosse und kleine Zeltrestaurants, in denen diverse Arten von Speisen angeboten wird.

Am Samstag morgen reiten viertausend Gauchas und Gauchos in einem langen Zug durch die Stadt zum Fiesta Gelände an der Laguna de las Lavanderas.

Im Valle Eden haben wir einen ruhigen Campingplatz gefunden, zu dem wir jeweils am Abend zum übernachten zurückfahren. Hier ist auch das Museum des berühmten Tango Sängers Carlos Gardel, der hier geboren sein soll. Zu dem gelangt man bei Hochwasser nur über eine Fussgänger – Hängebrücke, das Wahrzeichen und eine turistische Attraktion von Valle Eden.

Am Sonntag machen wir uns auf, um den Pozo Hondo zu besichtigen. Das ist ein Wasserfall in mitten der Pampa. Nach ca. 6.5km zu Fuss wissen wir nicht mehr weiter. Kein Wasserfall und auch kein Flusslauf in Sicht. Zurück in der Posada fragen wir wo denn der Wasserfall sei. Sie erklären uns den gleichen Weg, den wir gegangen sind. Nach 6km ist auf dem Zaun eine leere Wasserflasche. Das ist das Zeichen, wo es über die Rinderweide ca. 800m zu einem Fluss geht. Dieses mal finden wir den Wasserfall. Es ist ein sehr schöner Ort.

In den Ruinas Coñapirú stehen noch die alten Gebäude und Mechanik des ersten Wasserkraftwerkes von Uruguay.

Nach Villa Ansina wanderten die missionierten Guaranis (Urbevölkerung) aus Argentinen aus. Die kleine Kirche, deren Form an eine halbe Tonne erinnert, ist mit ihren Wandgemälden eine Besonderheit. Das benachbarte Altenheim für alleinstehende Senioren wird von der Mission unterstützt.

Beim Stausee Rincón Bonete, dem gestauten Rio Negro gehen wir über die Staumauer vom Stauwerk Represa Dr. Gabriel Terra. Hier wird Wasserstrom produziert. Die Anlage sieht schon ziemlich alt aus.

Wir wollen die Reserva de Fauna y Flora besuchen. In weitläufigen Freigehegen sollen viele Tiere zu sehen sein, denen man in freier Wildbahn kaum noch begegnet. Vorallem der Ameisenbär intressiert uns. Wir haben so viele Termitenhügel gesehen. Uns fehlt nur noch ein Foto vom Ameisenbären. Wegen Bauarbeiten bleibt der Park bis September geschlossen. Schade! Wir fahren weiter zur Gruta del Palacio. Man schätzt, dass die eisenhaltigen Sandsteinsäulen etwa 70 Millionen Jahre alt sind. Die Säulen haben Durchmeser zwischen 30cm bis zu einem Meter. Labyrinthähnlich ziehen sie sich in die Tiefe der Höhle. Leider kann man zwischen ihnen nur einige Meter hineingehen, da der Boden von Wasser bedeckt ist.

In Fray Bentos besuchen wir das Museo de la Revolución Industrial. Auf dem Gelände sind die Anlagen der alten Fleischfabrik und das „Dorf“, in dem die Arbeiter lebten, noch weitgehend erhalten und zum grössten Teil begehbar. In der Fabrik arbeiteten zu ihrer Hochzeiten 4000 Arbeiter und es wurden 2000 Rinder pro Tag geschlachtet, um aus 30kg Rindfleisch 1kg Fleischextrakt zu gewinnen.

Über Colonia de Sacramento, wo wir wieder die Altstadt besuchen fahren wir nach Jaureguiberry zu Heinz und Silvia, wo wir unser Auto über den Sommer stehen lassen.

Mit einer Menge Inspirationen im Gepäck machen wir Zwischenhalt in der Schweiz, um unser neues Zuhause einzurichten.

Februar 2017

Im Parque Santa Theresa bleiben wir gleich vier Tage. Es ist ein vom Milität geführter riesiger Park mit tausenden! von Campingmöglichkeiten. Die sanitären Infrastrukturen sind in einem desolaten Zustand. Vieles ist kaputt, demontiert oder funktioniert wie so vieles hier nicht. Wir suchen uns Übernachtungsplätze fern vom grossen Rummel. Wir besuchen einen kleinen Zoo, wandern den Sandstrand Richtung Nord und Süd und bestaunen die vielfälltige Vogel- und Tierwelt. In den Pinien- und Eukalyptuswäldern und an den kleinen Seen sitzen wir mit unserem Fernglas und beobachten die Tiere.

In Coronilla ist Karumbé, ein Zentrum für Meeresschildkröten. An der Atlantikküste von Punta del Diablo bis Barra del Chuy kommen vom November bis April viele Meeresschildkröten von Afrika und Brasilien an. Karumbé kümmert sich um gestrandeten bzw. kranken Tiere. Hier gibt es interessante Tipps für den richtigen Umgang mit ihnen bzw. wo man gut Schildkröten in ihrem natürlichen Umfeld beobachten kann.

Die Stadt Chuy ist von ihrer brasilianischen Schwesternstadt Chui durch die Avenue Internacional Uruguay – Brasil getrennt. Die Besonderheit, eine Freihandelszone zu sein, macht beide Städte zu einem beliebten Einkaufszentrum. Auf uruguayanischer Seite der Strasse findet man die „Free-Shops“, in denen man ohne Steueraufschläge einkaufen kann. Auf der brasilianischen Seite Geschäfte, wo kann man günstig Alltagssachen einkaufen kann. Wir kaufen beidseitig ein und geniessen das grosse Angebot. Der Diesel kostet nur einen Franken der Liter. Sonst bezahlen wir bis 1.80 Fr. für den Liter.

Auf dem Weiterweg besuchen wir die Festung Fuerte de San Miguel. Interessant ist der Mechanismus der Zugbrücke, der Wassergraben und all die Gebäude im Innern die als Museen gestaltet sind. Diese Anlage ist sehr gut restauriert.

Nach dem Ort Cebolliti folgen wir dem Camino a la Balsa bis zur Anlegestelle der Pontonfähre, die Fahrzeuge, Passagiere und auch Tiere kostenlos von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf die gegenüberliegende Seite des Rio Olimar Grande bringt.

Unterwegs fallen uns auf den Weiden die mit Gras bewachsenen Termitenhügel auf, die hier in einer unüberschaubaren Häufigkeit auftreten. Einen der seltenen Ameisenbären sehen wir nicht.

An der Laguna Merin geniessen wir zwei Tage mit „Nichtstun“.

Wir besuchen auf einer gut befahrbaren Erdpiste die alte Poststation mit mautpflichtiger Brücke. Die Poststation war Versorgungs- und Übernachtungs- platz auf dem Weg von Rio Branco nach Melo.

In der Quebrada de los Cuervos wandern wir ins Tal und geniessen die Ruhe und den wunderbaren Sternenhimmel. Dieses Naturschutzgebiet ist eines der bedeutendsten und ältesten des Landes. Bedingt durch das 100m tiefe Tal entwickelt sich dort unten ein feuchtes Mikroklima mit einer besonderen Tier- und Pflanzenwelt. Die Cuervos (Rabengeier), die der Schlucht auch den Namen geben, kreisen über und im Tal.

Schon zum zweiten mal überqueren wir einen grösseren Fluss (Rio Negro) mit einer Pontonfähre. Die Schotterstrasse hört am Fluss auf, und geht auf der anderen Seite weiter. Der Ort San Gregorio de Polanco hat sich zu einem einmalig vorkommenden Freilichtmuseum entwickelt. Wände und Fassaden sind mit Zeichnungen, Malereien oder Reliefs verziert und Skulpturen erheben sich an den verschiedensten Standpunkten. Beim Campingplatz ist ein wunderschöner Sandstrand.

In Tacuarembo informieren wir uns über das bevorstehende Gauchofest, das vom 7. bis 12. März viele Besucher anziehen wird. Wir wollen auch dabei sein.

Im Valle Lunarejo sehen wir erstmals Bisamratten und übernachten direkt am Fluss, wo morgens um vier Gauchos mit ihren Hunden auf dem Weg zu ihren Rindern den Fluss überqueren.

In Artigas erfahren wir, das am Wochenende Karneval ist. Das ist brasilianischer Karneval in verkleinerter Form. Im imposanten Gebäude des Polizeipräsidiums, Jefatura de Policia lädt uns überraschenderweise der Polizeipräsident selbst zu einer Besichtigung der alten Turmuhr mit dem Glockenspiel ein. Die steht natürlich still und müsste mal wieder unterhalten werden.

Um die Zeit bis zum Carnaval zu überbrücken, machen wir einen Abstecher nach Argentinien in die Sümpfe von Iberá. Wir queren etwa 150km durch Brasilien. Wir sind immer wieder überrascht, wie jeder Grenzübertritt anders abläuft. Für unser Fahrzeug brauchen wir eine temporäre Einführungsgenehmigung, sonst kann es Probleme beim Verlassen des Landes geben. Diese zu bekommen braucht lange Geduld. Schliesslich klappt es in Brasilien und Argentinien nach einiger Beharrlichkeit doch.

In den Esteros del Iberá campen wir an der Laguna Iberá. Der meistbesuchte See der Esteros ist auf Bootsausflügen und nächtlichen Safaris leicht zu erkunden. Die Moore, schwimmende Inseln und Kanäle sowie der reiche Wildbestand sind so zu erreichen. Auf einer Bootstour am frühen Abend, einer Wanderung am nächten morgen und auf einer weiteren Bootstour in der Nacht sind wir begeistert von der Vielfalt der Tierwelt. Wir beobachten Kaimane, Wasser-schweine, Jabiru-Störche, Sumpfhirsche, eine verschwindende Schlange und lauschen den Brüllaffen. Manchmal ist der Abstand zu den Kaimanen kaum einen Meter weit. Mit seinen über 350 Vogelarten ist das Schutzgebiet ein ornithologisches Paradies. Zu den buntesten Arten gehören Rotkopfstärling, Mantelkardinal und Rubintyrann. Unter den Wattvögeln finden sich zahlreiche Reiher-, Storch- und Kranicharten. Viele dieser Vögel können wir beobachten. Unsere Fotoapparate laufen heiss. Das ist wircklich eine tolles Erlebnis.

Nach zwei weiteren Grenzübergängen sind wir wieder zurück in Artigas. Wir organisieren Tickets für die Umzüge und freuen uns auf den „Carneval“, der in der Nacht stattfindet. Der Umzug startet um 23Uhr. Vier Sambaschulen nehmen am Umzug teil. Es ist ein nicht enden wollender Zug von tollen Gruppen mit imposanten Umzugswagen, farbenfrohen Kostümen und den typischen knapp bekleideten Sambatänzern. Obwohl der Umzug noch nicht fertig ist, sind wir müde und fahren um vier Uhr morgens zu unserem Übernachtungsplatz 20km ausserhalb am Piedra Pintada zurück. Die Stadt Artigas liegt in einem Gebiet vulkanischen Ursprungs. Aus diesem Grunde findet man ca. 55km von hier entfernt Minen mit Achat- und Amethystvorkommen. Am Spätnachmittag besuchen wir die Abbau- und Verarbeitungsstätten von den Halbedelsteinen.

Nach einem deftigen Asado, dem typischen Grillfleisch ab der Parilla, schauen wir uns den 2. Umzug während der dieser Nacht an. Die ganze Strasse ist schon seit Tagen abgesperrt, der Asphalt weiss gestrichen und hell beleuchtet. So geniessen wir während der 2. Nacht den „Carnaval“ in vollen Zügen.

 

 

 

Januar 2017

Wir fliegen am 26. Dezember 2016 mit der Iberia via Madrid nach Montevideo Uruguay. Alles klappt, und so holt uns Heinz an der Inter-Balenaria bei der Bushaltestelle Paraisa Suiza ab. Den letzten Kilometer über Schotterstrasse zum Camping ist es super, mit unserem Gepäck im Auto zurück zu legen. Unser Camper steht gewaschen da, und wartet, um wieder eingerichtet zu werden. Nach zwei Tagen sind wir wieder eingerichtet, einiges am Auto ist kontrolliert, geschmiert oder gereinigt, die Gasflasche ist gefüllt und der Kühlschrank ist voll. Das neue Mückennetz beim Bett ist montiert und soll uns vor den lästigen Mücken schützen, die uns nach Einbruch der Dunkelheit ans Blut wollen. Die nächsten Tage geniessen wir mit „Nichtstun“, Spaziergängen am Strand oder einkaufen. Es ist heiss und teilweise schwül. Wir müssen uns vor der Sonne schützen, um keinen Sonnenbrand zu bekommen. Silvester feiern wir auf dem Paraisa Suiza bei Heinz und Sylvia und einigen anderen Overlander bei einem feinen Fondue Chinoise. Am 6. Januar 2017 wollen wir eigentlich los, doch Sylvia sagt, dass jetzt gerade Weihnachtsferien seien, und alle Leute auf der Strasse sind. Diesen Trubel wollen wir nicht erleben, und so bleibe wir noch bis am Montag auf dem wunderschönen Platz bei vielen tollen Gesprächen und „Nichtstun“.

Aber jetzt geht es los. In Piriapolis füllen wir die Vorräte nochmals auf und besuchen die Quelle Fuente del Torro im schattigen Wald. Dabei können wir auch einige Leguane beobachten, die von den Leuten immer wieder gefuttert werden. Wir besuchen das Casapueblo des weltbekannten Künstlers Carlos Páez Vilaró am Punta Ballena. Wir kaufen ein Bild, das unser Casa Rodante schmücken soll. Am Abend erleben wir einen traumhaften Sonnenuntergang mit hunderten Zuschauern, die, nachdem die Sonne im Meer unter gegangen ist, voller Freude klatschen. Da bleiben wir gleich für die Nacht wild stehen. Es ist ruhig und angenehm windig kühl. In Punta del Este spazieren wir erst am Rio Plata und dann am Atlantik entlang. Die „Los Dedos“ oder „La Mano“ sind ein Muss für jeden Besucher. Diszipliniert und geduldig wird gewartet, bis jeder mit den „Fingern“ fotografiert wird.

Wir überqueren die bekannte Brücke Puente Leonel Viera und besuchen das Museo del Mar. Es enthält eine Vielzahl von Schätzen wie riesige Walskelette, Seevögel, Klein- und Kleinstlebewesen der Weltmeere, usw. Wir fahren der Küste entlang weiter nach José Ignacio und besteigen den Leuchtturm Faro José Ignacio. Direkt an der Küste campen wir wild. In der Nähe vom letzten Campingplatz dröhnte die ganze Nacht Discomusik, und so geniessen wir den Wind und das Meeresrauschen.

Schon längere Zeit haben wir Probleme mit unserer Camperbatterie. Die lässt sich weder mit den Solarzellen, dem Automotor oder Landstrom nicht mehr richtig laden. Zurück in Maldonado montieren wir eine Neue, und haben wieder genug Strom um autark zu sein.

Wir machen eine Tour ins Landesinnere, Pampa und doch grün. Wir besteigen ein paar Berge und geniessen die Aussichten. Der Höchste ist gerade mal 513m über Meer und voller Windgeneratoren. Wir besuchen zwei Höhlen und entdecken kleine Fledermäuse, die sich von Insekten ernähren, und grosse Vampir-Fledermäuse, die nachts bei den Rindern Blut saugen. Viele Strassen sind nur Schotter und wir geniessen mit unserem 4×4 die ausgewaschenen Strecken. Zurück an der Atlantikküste besuchen wir die Orte mit ihren schönen Leuchttürmen. Die darf man für ein paar Pesos hochsteigen. An der Laguna Rocha können wir eine Vielfalt von Vögeln beobachten. Wir lassen uns Zeit und geniessen das Meer und den Wind. Im Moment sind noch Schulferien und die Dörfer sind überflutet mit Touristen.

Cabo Polonio, eine ziemlich entspannte Hippie- und Surfgemeinde hat keinen Anschluss an das Strassennetz und ist nicht einmal an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Ein einzigartiges Ökosystem mit seiner Felsküste, mit den sich links und rechts ausbreitenden Stränden und den bis zu 70 Meter hohen Wanderdünen sind das grosse Plus. Mit einem umgebauten Lastwagen mit 4×4 Antrieb erreichen wir diesen Ort. Eine Stunde später sind wir mitten in einem heftigen Regenschauer und kommen gegen Abend durchnässt bei unserem Camper an.

Von Puente Valizas fahren wir mit einer Schiffstour den Arroyo Valizas entlang zur Laguna de Castillos um die Ombúes Bäume zu sehen. Der Monte de Ombúes ist eine echte Natursensation, weil hier wahrscheinlich weltweit der einzige Wald steht, der sich aus diesen Solitärbäumen zusammensetzt. Die ältesten Bäume, die botanisch steng genommen zu den Riesengräser gehören (weil sie nicht aus richtigem Holz bestehen), sind 500 Jahe alt.

In Valizas durchwaten wir den Arroyo Valizas und wandern in den Wanderdünen zum Cerro de la Buena Vista. Hier geniessen wir eine herrliche Rundsicht.

Das Fortaleza Santa Thereza ist sehr imposant und amüsant. Die grünen Sittiche begleiten uns überall, seit wir in Uruguay sind.

Heimurlaub……

Danke vielmals für eure wertvollen Tipps und Anregungen zum finden einer Wohnung für unseren Heimurlaub vom 4. Juli 2016 bis 26. Dezember 2016.

Wir werden die 2. Jahreshälfte in Unterägeri wohnen.