Expedition in die Antarktis 2016

Kurz nachdem wir in Ushuaia angekommen sind, haben wir in der Reiseagentur Rumba Sur ein Last Minute Angebot für eine Expedition in die Antarktis gesehen. Einer Offerte für eine 11-tägige Expedition inklusiv Rundfahrten in und um Ushuaia, warme Kleider und Schuhen konnten wir nicht widerstehen.

 

  1. Tag: Einschiffen am 27. Januar am Nachmittag auf das Expeditionsschiff Sea-Adventurer der Quark Expedition in Ushuaia. Wir bekamen unsere Kabine zugewiesen und wurden auf dem Schiff zum Kennenlernen der Lokalitäten herumgeführt. Kurze Zeit später waren wir schon mitten in einer Evakuierungsübung, voll montiert mit Schwimmweste standen später bei dem uns zugewiesenen Rettungsboot. Bei einem Ernstfall müssen wir auch noch unseren Thermo Neoprenanzug, der unter jedem Bett platziert ist, anziehen.Nach einem feinen Abendessen wurde uns die Expeditionscrew vorgestellt. Die Fahrt durch den Beagle-Kanal verlief ruhig. Kaum in der Drake-Passage angekommen wurde es etwas rauer. Der Kommentar der Crew; wir hätten Glück, so ruhig sei es schon lange nicht mehr gewesen, nahmen wir mit etwas Skepsis auf. Wir wurden in einen unruhigen Schlaf geschaukelt.

 

  1. Tag: Am Morgen nahmen wir eine Tablette gegen Seekrankheit ein. Viel hat die nicht genutzt. Am besten ging es liegend auf dem Bett. Es wurden Vorträge vom Expeditionsteam über Eisberge, Walfische, Seevögel usw. gehalten. Diese waren sehr interessant und haben uns auf die kommenden Tage eingestimmt. Die See blieb gleich, und wir mussten uns immer wieder an den Handläufen mit einer Hand gut festhalten, um nicht von einer Seite auf die andere zu torkeln. Und das ohne Alkohol im Blut!! Es ist schon traumhaft, auf Deck zu stehen und die kühle und raue See zu beobachten zu riechen und zu fühlen.

 

  1. Tag: Gegen Abend sahen wir die ersten Fin-Wale, das sind die zweitgrössten Wale hier in der Antarktis. Der erste Eisberg driftete an uns vorbei und alle standen auf Deck und beobachteten die Ereignisse. Vor dem Nachtessen wurde ein Briefing über den nächsten Tag, unser erster Landgang in der Antarktis, abgehalten. Wir wurden in 5 Gruppen eingeteilt, die dann immer abwechselnd zu den Schlauchbooten, den Zodiaks gerufen werden. Unsere Kleider und Rucksäcke wurden nochmals gereinigt, so dass ja kein Schmutz auf die Antarktische Insel eingeführt wird.

 

  1. Tag: Frühe Tagwache. Die ersten Zodiaks fuhren schon um 8h los. Es regnete und es blies ein kräftiger Wind. Auf der Half Moon Island hatte es mehrere Kolonien brütender Chinstrap-Pinguine. Junge Seelöwen-Männchen spielten und balgten miteinander im Wasser. Ein altes Segelboot aus Holz mit deutscher Flagge lag ebenfalls in der Halbmondbucht vor Anker. Wie lange dauerte wohl dessen Überfahrt durch die Drake Passage? Nach der Rückfahrt auf die Sea Adventurer haben wir zuerst unsere Kleider zum Trocknen aufgehängt. Die Gischt der Wellen haben uns auf dem Zogdiak zum 2. mal an diesem Tag geduscht. Am Nachmittag ging es nochmals los. Es regnete nicht mehr, aber es blies ein starker Wind. Wir besuchten die Whaler’s Bay. Das war einmal eine Walfisch-verarbeitungsstation, wo aus den Fängen Öl produziert wurde. Die Überreste der grossen Verarbeitungsmaschinerien dienen heute als Erzähler der vergangenen Zeit. Wir marschierten ein paar hundert Meter den Strand entlang. Einem Seelöwenmännchen passte das gar nicht. Laut knurrend und brüllend kam es auf mich zu. Ich rannte schneller, als er robben konnte. Ganz am Ende vom Strand sahen wir auch den ersten See-Leopard träge am Strand liegen. Er wies Verletzungen auf, die von einem Orka stammen könnten. Aber es schien ihm gut zu gehen. Mit den Besuchen an Land verging auch unsere Seekrankheit. Endlich mal wieder festen Boden unter den Füssen!

 

  1. Tag: In der Nacht sind wir etwa 120 Meilen weitergefahren. Es war ziemlich stürmisch und manchmal kamen wir uns vor, wie in einer Waschmaschnine. Früh am Morgen fuhren wir in unseren Zodiaks auf Entdeckungsfahrt um die Enterprice Island. Unser Guide Jaymie kommentierte die ganze Ausfahrt über Fauna und Flora. Am Nachmittag blieb ich an Board, weil mich eine Erkältung ziemlich schlapp machte. Theresia machte auf einer weiteren Ausfahrt zum Orne Harbour mit und setzte ihre Füsse zum ersten mal auf das antarktische Festland. Nach dem Abendessen besuchte sie eine Pinguinkolonie auf einer Anhöhe auf Neko Harbour.

 

  1. Tag: Nach einer ruhigen Nacht vor Anker besuchten wir eine weitere Gentoo-Pinguin Kolonie auf Danco Island. Nach einer Wanderungen durch Pinguinkolonien, über dessen „Highways“, gelangten wir auf die Berg-Spitze der Insel. Eine herrliche Rundsicht war die Belohnung für den rutschigen Aufstieg. Hier oben nisteten auch viele Pinguine, die jeden Tag mit einem mindesten halbstündigen Walk ihre Brut erreichte. Nach 3 Stunden erreichte die Sea Adventurer am Nachmittag den Paradise Harbour. Hier wird eine argentinische Forschungsstation betrieben. Ringsum nisten auch hier Pinguine. Die Zodiaks wurden wieder bereitgemacht und los ging es zur Station. Diese besteht aus mehreren Schiffscontainer, die als Workshops und Wohnkabinen umfunktioniert wurden. Später gingen wir auf Walsuche. Wir haben aber keine gesichtet. Dafür bestaunten wir die traumhaft schönen Eisberge und Eisschollen, auf denen diverse Robbenarten ihr Schläfchen hielten.

 

  1. Tag: In den Yalour-Islands machten wir einen fantastischen Cruise mit den Zodiaks in die traumhafte Gletscher und Eislandschaften. Wir fuhren durchs Packeis zu den schwimmenden Eisskulpturen, die uns immer wieder faszinierten. Pinguingruppen oder die Crapeater-Seals auf den Eisschollen waren ein beliebtes Fotosujet. Am Nachmittag besuchten wir eine weitere Pinguinkolonie am Jougla-Point und gegen Abend haben wir am allersüdlichsten Postoffice der Welt, bei der Forscherstation der Briten; Port Lockroy (über diesen Ort gibt es einen interessanten Dok-Film) unsere Postkarten in den Briefkasten geworfen. Am Abend wagten noch einige wagemutige Mitpassagiere einen Sprung ins kalte Antarktiswasser. Brrrrrrr….. Zum Barbeque am Abend sassen wir mit zwei geladenen Mitarbeiter der Poststation am gleichen Tisch. Es war sehr interessant zu erfahren, was die hier alles betreiben.

 

  1. Tag: Morgens schon um sieben fuhren wir mit dem Zodiak los, um Wale Rund um Melchior Island zu suchen. Heute hatten wir Glück. Etwa eine Stunde lang folgten wir mit dem Schlauchboot im Schritttempo den Walen, die immer wieder auftauchten um laut Luft zu holen. Zwischendurch zeigten sie ihre Schwanzflossen und tauchten für ein paar Minuten ab. Es war ein spannendes Erlebnis, den Walen so nahe zu sein. Gespannt waren wir immer wieder, wo sie auftauchen würden. Nachher fuhren wir in einer rasanten Fahrt über hohe dünende Wellen Richtung Sea Adventurer. Unterwegs sahen wir immer wieder gigantische Eisberge, die uns in ihrer Form, Struktur und blauen Farbe begeisterten. Pünktlich waren wir zum Frühstück um 9:30h zurück. Das war unser letzter Ausflug mit den Zodiaks. Die Anker wurden gelichtet und die Rückfahrt Richtung Drake-Passage und Ushuaia wurde angetreten. Sobald mal Wale sehen konnte, wurden wir auf Deck gerufen, wo wir die imposanten Tiere beobachten konnten.

 

  1. Tag: Die meiste Zeit verbrachten wir in der Kajüte beim Nachschlafen. Es wurden wieder mehrere Vorträge des Expeditionsteams gehalten. Das war sehr interessant und kurzweilig. Bei der Querung der Drake Passage hatten wir wieder Glück. Es war eine „ruhige“ See, trotzdem wurden wir teilweise kräftig durchgeschüttelt.

 

  1. Tag: Nachdem die Stiefel und die Lifewest zurückgegeben wurden, wurden wir nach dem Schlussbriefing vom Kapitän zum Apèro eingeladen. Die warme knallgelbe Quark-Expedition Jacke durften wir behalten.

 

  1. Tag: Ankunft in Ushuaia. Nach dem Frühstück wurden alle Passagiere ausgeschifft, die einen direkt zum Flughafen, andere in ihre Hotels und wir fuhren mit dem Taxi zu unserem Casa rollante.

 

Es war ein wundervolle Zeit, die wir in der Antarktis erleben durften. Die Eindrücke, die wir erhalten haben, sind fast nicht zu beschreiben. Alles hat reibungslos geklappt, das Expeditionsteam hat ihr Wissen mit Freude an uns weitergegeben und sie waren immer zu einem „Talk“ bereit. Am Hotelbetrieb auf dem Schiff gibt es nichts auzusetzten. Alle waren immer zurvorkommend und aufgestellt. Auch die Schiffs-Crew, der Kapitän und die Offiziere haben tolle Arbeit geleistet.